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FRIEDHOFSDOKUMENTATIONEN

Panoramaansicht vom jüdischen Friedhof in Gerolzhofen, Herbst 2010

Nur für drei der 46 in Unterfranken erhaltenen jüdischen Friedhöfe liegen bislang gedruckte Dokumentationen vor: Für Höchberg, Alzenau und für den Altstadtfriedhof Aschaffenburg. Angesichts der fortschreitenden Verwitterung der Steine ist das ein untragbarer Zustand.

So zählt es zu den zentralen Anliegen des Johanna-Stahl-Zentrums, in Kooperation mit Kräften vor Ort, den zuständigen Institutionen und mit überregional tätigen Fotografen und Wissenschaftlern, zügig weitere Dokumentationen auf den Weg zu bringen. Hierzu gehört zunächst eine genaue Analyse des Status quo, die Ermittlung aller lokalen Aktivitäten, die Registrierung und Begutachtung bereits vorhandener Fotoserien, die Beratung für qualitativ lohnende Dokumentationen und die Vermittlung professioneller Fotografen und Bearbeiter.

In einem weiteren Schritt sollen konkrete Vorhaben mit dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern externer Link(externer Link) und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege externer Link(externer Link) abgestimmt werden. Das Landesamt hat inzwischen die Vorbereitung eines bayernweiten Dokumentationsprojekts in Kooperation mit vielen weiteren Beteiligten begonnen, für das im Johanna-Stahl-Zentrum die nötigen Daten zu Unterfranken im Detail und für andere Bezirke nach den Angaben im Internet erhoben wurden.

Da die professionelle Fotodokumentation höchste Priorität haben muss, sieht sich das Johanna-Stahl-Zentrum in der Rolle, initiierend und unterstützend zu wirken und die entstandenen Dokumentationen zentral zu sammeln. In einem zweiten Schritt, für den eine Förderung der wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen eines Forschungsprojekts zu erstreben ist, soll dann die Bearbeitung der Grabinschriften anhand der Fotos erfolgen.

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Kleinbardorf mit einer Bearbeiterin Welchen Mehrwert die Kenntnis der Grabinschriften besitzt, war in der Ausstellung über den jüdischen Gebietsfriedhof in Ebern im Zentrum zu sehen. Auch die ersten Ergebnisse über den Friedhof in Heidingsfeld belegen die Bedeutung der Inschriften und die Vorteile professioneller Fotografien. Sie sind anzusehen in epidat externer Link(externer Link) externer Link(siehe unter regional, Bayern), der Datenbank des Salomon-Ludwig-Steinheim-Instituts externer Link(externer Link) in Essen, der führenden Institution in Deutschland für die Bearbeitung hebräischer Grabinschriften. Eine kleine Publikation dazu ist in Arbeit.