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Willkommen

Mehr als dreißig Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken mit vielseitigen Aktivitäten. Das ehemalige Dokumentationszentrum trägt seit 2011 den Namen der Journalistin Dr. Johanna Stahl.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Die Israelitische Lehrerbildungs-anstalt, Vortrag

Zur Würzburger Bildungslandschaft gehörte zwischen 1864 und 1938 auch die Israelitische Lehrerbildungsanstalt. Hier studierten junge Männer, um sich auf ihren Beruf als Lehrer in orthodoxen jüdischen Gemeinden vorzubereiten. Der Vortrag von Dr. Rotraud Ries am Di., 05.06.2018, 19 h in der VHS beleuchtet ihre Geschichte und Bedeutung.

Die gesetzlichen Änderungen des 19. Jahrhunderts, die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und die Seminarausbildung der Lehrer in Bayern, betrafen Christen und Juden gleichermaßen. Aus Sicht der Rabbiner eigneten sich die allgemeinen Lehrerseminare jedoch nicht für eine fundierte Ausbildung der jüdischen Lehrer, die oft auch die Funktion des Kantors und/oder Schächters warhnahmen. So beschlossen die bayerischen Rabbiner, in Würzburg eine eigene Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA) zu gründen. Deren Geschichte und Bedeutung für das orthodoxe Judentum wird in dem Vortrag vorgestellt.

Unter Leitung des Würzburger Rabbiners Seligmann Bär Bamberger bereiteten sich die Schüler der ILBA seit 1864 auf das staatliche Examen zu jüdischen Elementar- und Religionslehrern am Königlichen Schullehrerseminar in Würzburg vor. Die Ausbildung dauerte drei Jahre. Zunächst in der Kettengasse neben der Synagoge untergebracht, erforderte der rege Zulauf einen Umzug in die Bibrastr. 6. Im April 1931 zog die ILBA ein letztes Mal um, diesmal in die Sandbergerstraße 1 im Frauenland. Während des Novemberpogroms 1938 verbrannten SA-Männer vor der Schule Torarollen und Teile der Seminarbibliothek, kurz darauf wurde die ILBA von den Nationalsozialisten geschlossen.

Die israelitische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg (1864-1938). Vortrag von Dr. Rotraud Ries in der VHS, Di. 05.06.2018, 19-20:30 Uhr
Kursnr.: 13045sgso, VHS, Zi. 33, 12-45 TN, 5,00 €

Wegen zu geringer Anmeldungszahlen fällt der Vortrag leider aus.