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Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum dient als regionales Kompetenzzentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. Sein Themengebiet sind 900 Jahre jüdische Geschichte in der Region. Aktuell befasst es sich besonders mit der Erinnerungskultur für die jüdischen NS-Opfer. Auch die Fachbibliothek des Zentrums zeichnet sich durch ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region aus.

In Zeiten der Corona-Pandemie sind das Zentrum und die Ausstellung "Der Spurenfinder" geschlossen. Ausstellungen und Veranstaltungen werden bis auf Weiteres nicht stattfinden. Die Mitarbeiterinnen arbeiten zum Teil im Home-Office.

Per mail ist das Team des Zentrums jedoch jederzeit zu erreichen. Bitte verwenden Sie dafür die persönlichen mail-Adressen (s. Team), da wir von außen nicht auf das jsz-Postfach zugreifen können. Bei Bedarf rufen wir gerne zurück.

Die Eröffnung des "DenkOrts Deportationen 1941 - 1944" am 21. April 2020 ist abgesagt. 

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist über Pessach (09.-16. April 2020) geschlossen.

Vom orthodoxen Lehrersohn zum radikalen Reformrabbiner, Vortrag

Ein radikal-liberaler Intellektueller und Rabbiner, im orthodoxen unterfränkischen Landjudentum sozialisiert – welch eine überraschende Biographie! Dr. Torsten Lattki stellt in seinem Vortrag am Do., 18.10.2018, 19 Uhr im JSZ, Benzion Kellermann (1869–1923) vor, der in Gerolzhofen in einer Lehrerfamilie aufwuchs.

Benzion Kellermanns Vater war ein streng orthodoxer Lehrer und Rabbiner, der für seinen Sohn ein ähnliches Leben vorsah. Benzion ging auf die orthodoxen Bildungsanstalten der Region, die Präparandenschule in Höchberg und die Israelitische Lehrerbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg. Er studierte in Marburg Philosophie bei Hermann Cohen, wechselte nach Berlin und war auch dort zunächst im orthodoxen Rabbinerseminar eingeschrieben. Er verließ es jedoch 1897, um bald darauf an das liberale Seminar zu wechseln. 

Unter welchen Bedingungen sich Benzion Kellermanns Weg aus der überlieferten Tradition vollzog und wie er das liberale Judentum als höchststehende Religion begründete, wird der Vortrag von Dr. Torsten Lattki nachzeichnen. Mit ihm schließt die kleine Reihe von drei biographischen Vorträgen im Johanna-Stahl-Zentrum für 2018.

Dr. Torsten Lattki wurde 2014 mit der ersten Werkbiografie zu Benzion Kellermann am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien in Erfurt promoviert. Die Dissertation erschien 2015. Seit 2015 arbeitet er im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg-Schwaben als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Vortrag von Dr. Torsten Lattki, Vom orthodoxen Lehrersohn zum radikalen Reformrabbiner. Leben und Werk von Benzion Kellermann (1869-1923), Do., 18.10.2018, 19 Uhr, Johanna-Stahl-Zentrum

Abbildung: Benzion Kellermann mit seiner Frau Thekla, geb. Lehmann, undatiert (ca. 1907-1913) © Privatbesitz Ernst Walter Kellermann, London