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Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist das regionale Kompetenzzentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. 900 Jahre jüdische Geschichte in der Region stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit und seiner Aktivitäten. Aktuell befasst es sich besonders mit der Erinnerungskultur für die jüdischen NS-Opfer. Die Fachbibliothek des Zentrums zeichnet sich aus durch ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist derzeit aufgrund der hohen Corona-Inzidenzen geschlossen. Das Büro ist jedoch von Mo. - Do. von 9 - 14 Uhr, am Fr. von 9 - 13 Uhr besetzt. Kontaktieren Sie uns gerne per mail, wir rufen ggf. zurück. Verwenden Sie dafür bitte die individuellen mail-Adressen (Link).

Am 12. & 13. Mai 2021 sind wir wegen der Shawuot-Feiertage nur per mail zu erreichen.
 

Nachhall – ein Beitrag zum Jubiläumsjahr

Anlässlich des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ zeigt der Künstler Jens Reulecke im Johanna-Stahl-Zentrum die Ausstellung „Nachhall. Vom mittelalterlichen jüdischen Friedhof Würzburg“. Die Installation ist das Ergebnis seiner intensiven künstlerischen Annäherung an den Friedhof. Sie wird am 01. Juli 2021 eröffnet.

Der Nachhall des jüdischen Friedhofs, der im 16. Jahrhundert mit dem Juliusspital überbaut wurde, reicht bis in unsere Gegenwart. Der Friedhof bezeugt die 900 Jahre alte jüdische Geschichte der Stadt. Durch die Begegnung mit dem ehemaligen jüdischen Friedhof eröffnete sich für Jens Reulecke aus der „Abwesenheit“ ein Raum der „Anwesenheit“, der innere Bilder bei ihm hervorrief. Er assoziierte fragile, vom Wind bewegte Elemente und Töne, die rhythmisch auf- und abtauchten. In großformatigen Fotografien setzte der Künstler diesen Eindruck um, indem er eine Konstruktion aus dünnen Metallringen und daran befestigten Vogelfedern entwickelte und anschließend fotografierte. Später teilbemalte er die Digitaldrucke mit Acryltinte. Dabei breiteten sich die Farben jeweils großzügig über die Bildflächen aus und riefen Assoziationen von Energie, Wind, Wasser und Erde hervor.

Der Nachhall des jüdischen Friedhofs wird durch die großformatigen Fotografien, eine waldähnliche Installation aus Ästen und Federn sowie eine Klangcollage auf besondere Weise in der Ausstellung sicht- und hörbar. Eine ergänzende Veranstaltungsreihe aus Performances und Vorträgen führt inhaltliche Aspekte der Ausstellung weiter. So wird der Nachhall des Friedhofs in den Raum des jüdischen Gemeindezentrums Shalom Europa und von dort aus weiter in die Stadt hinein getragen.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Klangcollage der Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Hochschule für Musik in Würzburg. Kooperationspartner sind die Jüdische Gemeinde Würzburg Unterfranken, die Stadt Würzburg und das Johanna-Stahl-Zentrum. Gefördert wird das Ausstellungsprojekt durch den Bezirk Unterfranken, die Juliusspital-Stiftung, die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und ggf. weitere Spender.

Ort der Ausstellung: Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken, Valentin-Becker-Straße 11, 97072 Würzburg, 3. Stock  

Ausstellungsdauer: 02. Juli bis 30. September 2021

Eröffnung: 01. Juli 2021, 18:00 Uhr, David-Schuster-Saal in Shalom Europa und Johanna-Stahl-Zentrum

Foto: © Jens Reulecke, SW-Digitaldruck mit Acryltinte teilbemalt – aus der Serie Nachhall, 192 x 144 cm, 2020.