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Beendete Projekte

Auch wenn kein Projekt jemals so abgeschlossen ist, dass man daran nicht mehr rühren würde, welchseln doch die Schwerpunkte mit den aktuellen Herausforderungen und die Projekte der Vergangenheit treten in den Hintergrund.

Familien- und Firmengeschichte Seligsberger

Am Beispiel der Familie Seligsberger widmete sich das Zentrum 2014/15 für eine Ausstellung einer zugleich typischen und herausragenden jüdischen Familie des 19. und 20. Jahrhunderts. Es ging um den Aufstieg aus dem ländlichen Umfeld Würzburgs, die Geschicke des bekannten Möbel- und überregional bedeutenden Antiquitätengeschäfts, eines klassischen Familienunternehmens, das 1937 "arisiert" wurde. Es ging aber auch um bislang unbekannte persönliche Schicksale, um Emigration, Deportation und Ermordung. Und um die Frage, was mit der Sammlung der Familie passierte, und wie der überlebende Familienzweig in Holland auf diese Familiengeschichte reagiert.

Klassenfoto der 1. und 2. Klasse der Jüdischen Volksschule, 1927

1. und 2. Klasse der Jüdischen Volksschule, 1927

© Sammlung JSZ/ John McIntyre

Jüdische Kinder und Jugendliche in der NS-Zeit

Für die Wechselausstellung “jung – jüdisch – unerwünscht” im Jahr 2013 hat sich das Johanna-Stahl-Zentrum intensiv mit jüdischen Kindern und Jugendlichen in Unterfranken befasst. Ihre Lebenswege und Schicksale während der NS-Zeit wurden erforscht. Es ging also um die Themen Emigration mit den Eltern oder via Kindertransport, um das Überleben im Versteck, um Deportationen und Ermordung – aber auch um das Überleben der Verfolgungspolitik. Zugleich richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Zeit vor der Verfolgung, das Besondere am Leben jüdischer Kinder und Jugendlicher in Familie, Schule und Vereinen, im Alltag und an Festtagen.

Landjuden

Auch die Recherchen zur Geschichte der Landjuden in Unterfranken stehen in Zusammenhang mit einer Ausstellung, nämlich der Wanderausstellung "Mitten unter uns." des Kooperationsprojekts “Landjudentum in Unterfranken”. Sie wurde von 2013 bis 2015 in allen Landkreisen Unterfrankens gezeigt.

Das besondere daran ist, dass sie sich der gesamten Zeit jüdischer Geschichte in der Region widmet, weil sich schon sehr früh Spuren jüdischer Siedlung auf dem Land nachweisen lassen. Zum anderen geht sie auf die jüdische Geschichte in jedem Landkreis und in den kreisfreien Städten ein. Und schließlich verdankt sie sich der Kooperation zwischen den Mitgliedern des AK Landjuden, die ihr Wissen und ihre Sammlungen eingebracht haben, und den ausgebildeten Historikerinnen im Johanna-Stahl-Zentrum und im Landjudenprojekt.

Für je zwei Tafeln, die zu jedem Landkreis der Hauptausstellung neu hinzugefügt wurden, wurde die jüdische Siedlungsgeschichte der jeweiligen Region erforscht sowie drei Biographien oder Familienbiographien erarbeitet. Texte und Medien der gesamten Wanderausstellung wie auch der Tafeln zu jedem Landkreis liegen seit 2015 als Buch vor: Rotraud Ries, Mitten unter uns. Landjuden in Unterfranken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Die Wanderausstellung im Buch. Unter Mitarbeit von Rebekka Denz, Würzburg 2015, 144 S.