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Aktuelle Projekte

Neben und in engem Zusammenhang mit der Grundlagenarbeit beschäftigt sich das Zentrum mit einigen zeitlich limitierten Projekten.

Erfassung der Sammlung Schneeberger

Die umfangreiche Sammlung von Michael Schneeberger gelangte über die Jüdische Gemeinde Würzburg an das Zentrum. Nach der Bewilligung der Finanzierung durch den Bayerischen Kulturfonds und weitere Geldgeber wird sie seit September 2017 erschlossen.

Erinnerungskultur

Neben Langfristaufgaben umfasst die Erinnerungskultur abgegrenzte Projekte meist in Kooperation mit Projektgruppen und Initiativen. Dazu gehört der Erinnerungsweg auf der Strecke zwischen dem Platz'schen Garten als Sammelpunkt für die Deportierten und dem ehemaligen Güterbahnhof an der Aumühle, dem sog. Ladehof. Er ist durch Schwellen im Bürgersteig markiert und mit vier Informationsstelen versehen. Über einen QR-Code lassen sich dort umfangreiche Informationen über das Deportationsgeschehen auf Deutsch und Englisch abrufen, die im Zentrum konzipiert und erstellt werden. Das Informationsangebot ist auch direkt unter www.erinnerungsweg.deexterner Link(externer Link) online abrufbar.

An den Vorarbeiten zu dem geplanten Projekt DenkOrt Aumühle externer Link(externer Link) auf dem historischen Aufgang zum ehemaligen Ladehof, an dem alle 109 Orte, in denen es 1932/33 noch jüdische Gemeinden gab, beteiligt sein sollen, ist das Johanna-Stahl-Zentrum ebenfalls zentral beteiligt. Dr. Ries verfasste in Absprache mit den Beteiligten die Konzeption, entwickelte ein Faltblatt und zeichnet für die Homepage des Projekts verantwortlich.

Ein weiterer wichtiger Teil der Erinnerungskultur ist die Beschäftigung mit den Deportationen, die sich 2016/18 zum 75. Mal jähren. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was in Würzburg als dem Ausgangsort der meisten Deportationen aus Unterfranken geschah, sondern ebenso um das Schicksal der Menschen an den Zielorten der Deportationen und die dortige Gedenkkultur. Im Mittelpunkt steht derzeit vor allem Riga als Zielort der ersten Deportation und der Versuch, für die im Raum Riga und an späteren Stationen ermordeten wie auch die überlebenden Menschen möglichst präzise zu bestimmen, welchen Weg sie gingen und wo er in den meisten Fällen gewaltsam endete. Die Einbeziehung des ehemaligen Gutshofs Jungfernhof, auf dem der fränkische Transport mit den Würzburger Juden endete, in die Gedenkkultur im Raum Riga wurde dem Deutschen Riga-Komitee nicht zuletzt wegen der dortigen Massengräber vorgeschlagen.

Darüber hinaus werden im Jahr 2017 auf der Grundlage der Forschungen von Elmar Schwinger systematisch die 2.068 Personen in die Biographische Datenbank jüdisches Unterfrankenexterner Link (externer Link) eingegeben bzw. deren Datensätze ergänzt, die im Rahmen der Deportationen aus Würzburg und Kitzingen direkt aus Unterfranken deportiert wurden. Auf dieser Grundlage wird es möglich, Listen der Opfer für die einzelnen Deportationen zu erstellen und diese in einem eigenen, dem Gedenken gewidmeten Layout darzustellen. Die Datenbank-Arbeiten werden von Ehrenamtlichen und PraktikantInnen geleistet und durch das Johanna-Stahl-Zentrum betreut. Die Biographien der 3. Deportation auf dem nicht mehr weiter gepflegten Portal "Wir-wollen-uns-erinnern" wurden in die Datenbank jüdisches Unterfranken integriert.

Emigration in die Niederlande

Aus der Beschäftigung mit der Familie Seligsberger, die 1939 in die Niederlande emigrierte, entwickelte sich ein weiteres Forschungsthema, dessen erste Ergebnisse Rotraud Ries in einem Vortrag vorstellte: Die Emigration Würzburger Juden in die Niederlande zwischen 1933 und 1943. Informationen zu mehr als 100 Flüchtlingen wurden zusammengestellt, um u.a. der Frage nachzugehen, wie sich deren weiteres Schicksal gestaltete, ob die Emigration zur Rettung oder zur Falle geriet und wie sie sich in das Verfolgungsgeschehen der Juden in den Niederlanden insgesamt einordnen lässt. Eine Publikation der Forschungsergebnisse als Aufsatz ist vorgesehen.

Firmen an der Kaiserstraße in jüdischem Besitz

Der Besuch von Nachkommen der Rechtsanwälte Bruno Stern und Gerson Haas im September 2016 gab den Anstoß zur Ermittlung jüdischer Inhaber von Geschäften, Praxen und Kanzleien an der Kaiserstraße. Dort befand sich auch die Kanzlei Stern/Haas. Gemeinsam mit der Projektgruppe "Wir wollen uns erinnern" initiierte das Zentrum eine Gedenkstele zur Geschichte der Kaiserstraße und ihrer jüdischen Geschäftswelt. Über ein online-Angebotexterner Link (externer Link), auf das ein QR-Code auf der Stele leitet, können Informationen zu allen Geschäften, Praxen und Kanzleien sowie ihren Besitzern abgerufen werden. Nach Fertigstellung der Straße wird die Stele im April 2018 eingeweiht.