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Grundlagenarbeit

erste Seite des Berichts von Herbert Mai über seine Haft in Lagern und KZ's

Bericht von Herbert Mai, März 1946

© Herbert Mai

Quellenerfassung und -sammlung

Die kontinuierliche Erfassung und Sammlung von Quellen und Abbildungen zur jüdischen Geschichte in Unterfranken gehört zu den Kernaufgaben des Zentrums. Sie sollen den gesamten Zeitraum jüdischer Geschichte vom Mittelalter bis heute abdecken und stellen die Grundlage für die wissenschaftliche und didaktische Arbeit dar.

Neben Einzelquellen stehen auch wichtige und verstreute, schlecht zugänglich Bestände im Fokus, die zunächst erfasst werden müssen - wie z.B. die jüdischen Standesregister des 19. Jahrhunderts. Nach und nach sollen Digitalisate dieser zentralen Quellen beschafft oder erstellt werden. Ein Anfang mit den jüdischen Standesregistern ist gemacht. Die Digitalisierung von Quellen aus den Gemeindearchiven in den Central Archives for the History of the Jewish People in Jerusalem wurde für Würzburg begonnen.

Biographische und ortsgeschichtliche Sammlungen

Bei vielen Anfragen oder in den Projekten des Zentrums geht es um biographische Informationen zu jüdischen Familien in Unterfranken. Ein Beispiel dafür ist die Recherche zu den Biographien von Shoa-Opfern, für die Stolpersteine verlegt werden. Dieses Material wird systematisch gesammelt. Gleiches gilt für alle Informationen zu einzelnen jüdischen Gemeinden.

Auch die umfangreiche Sammlung von Michael Schneeberger, die seit 2015 Teil der Bestände des Zentrums ist, enthält überwiegend biographisches und ortsgeschichtliches Material und wird wesentlich zur Erweiterung der verfügbaren Informationen beitragen. Sie hat ihren Schwerpunkt im Landkreis Kitzingen bzw. im Bezirk des jüdischen Friedhofs in Rödelsee. Eine Finanzierung der Bearbeitung dieser Sammlung ist bewilligt, die Arbeiten laufen seit September 2017.

Zeitzeugeninterviews

Das Johanna-Stahl-Zentrum hat sich die Aufgabe gestellt, erlebte und erzählte Geschichte zu dokumentieren. In loser Folge werden daher jüdische wie auch nicht-jüdische Zeitzeugen und Zeitzeuginnen interviewt. Dieses fortdauernde Projekt wird immer dringlicher, da es in einigen Jahren keine Zeitzeugen für die Geschichte der Juden vor und in der Shoa mehr geben wird. Die Audio-Interviews werden im Archiv des Zentrums verwahrt ebenso wie die Video-Interviews, die im April 2012 mit ehemaligen Würzburger Juden und Jüdinnen während ihres Besuchs in der Stadt aufgezeichnet wurden. Achtzehn thematische Ausschnitte aus diesen Interviews (je 3-4 Minuten lang) sind auf der Videostation im Ausstellungsraum des Zentrums zu sehen.

Erinnerungskultur

Auch die Erinnerung an die Opfer der Shoa gehört zu den permanenten Aufgaben des Zentrums. Hierzu zählt neben Publikationen besonders die Beteiligung an der Arbeit des AK Stolpersteine, in dem die Biographien der Opfer recherchiert, formuliert, redigiert und ins Netz gestellt werden.

Weitere Aktivitäten wie das Informationsangebot zum Erinnerungsweg auf der Strecke zwischen dem Platz'schen Garten und dem Güterbahnhof Aumühle und dem geplanten DenkOrt am historischen Aufgang zu diesem Ort zählen zu den Einzelprojekten. Dies gilt auch für die besondere Beschäftigung mit den Deportationen, die sich 2016/2018 zum 75. Mal jähren.

Familien- und Firmengeschichte

Die Familiengeschichte zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit des Zentrums, sei es im Rahmen der Erinnerungskultur oder für Ausstellungen und Publikationen. Verknüpft damit ist immer wieder die Firmengeschichte, wie sie prominent am Beispiel der Famlie Seligsbergers für eine Ausstellung erarbeitet wurde.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die Recherchen, die sich in Zusammenhang mit der Gedenkstele an der Kaiserstraße besonders mit den Rechtsanwaltsfamilien Stern und Haas beschäftigen. Sie waren nicht nur als Rechtsanwälte renommiert, sondern engagierten sich zugleich in der städtischen Politik und in der Führung der Jüdischen Gemeinde. Eine Aufsatzpublikation hierzu ist vorgesehen.

Ein reich illustriertes, modern gestaltetes online-Portal zu jüdischen Familien in Unterfranken befindet sich im Planungsstadium und soll künftig als schrittweise erweiterbare online-Ausstellung zu einem neuen, regional wie international nutzbaren Angebot des Zentrums werden.