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DenkOrte gegen den Hass

Das pädagogische Begleitprojekt zum "DenkOrt Aumühle"

"Es gibt kein Erinnern und keine Beziehung zur Geschichte, die nicht durch einen Wunsch, also durch etwas in die Zukunft Weisendes angeregt würde.“ (Georges Didi-Huberman)

Ziele

Das Projekt "DenkOrte gegen den Hass" soll im Rahmen des Kernprojekts "DenkOrt Aumühle" ab August 2018 bis Juli 2020 vor allem in den 109 Kommunen mit ehemaligen jüdischen Gemeinden in Unterfranken begleitend umgesetzt werden. Initiiert und durchgeführt wird es durch das Würzburger Bündnis für Zivilcourage in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte Unterfranken, dem Bezirksjugendring Unterfranken und dem Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte.

Zielgruppe des Begleitprojekts sind Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 19 Jahren, die in den betreffenden Gemeinden leben: Durch altersgerechte pädagogische Angebote sollen sie die Möglichkeit erhalten, sich aktiv an der Erinnerungsarbeit im Rahmen des Kernprojekts "DenkOrt Aumühle" zu beteiligen. Ziel ist es, dass sie sich mit der Biografie / den Biografien der Opfer des Nationalsozialismus in ihrer Heimatgemeinde auseinandersetzen und eigene Konzepte für die Präsentation des Gepäckstücks und begleitende Aktivitäten und Aktionen in ihrer Heimatgemeinde entwickeln.

In Hinblick auf eine zunehmend pluralistische Gesellschaft ist es ein besonderes Anliegen des Begleitprojekts, auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationserfahrung oder -hintergrund einen Zugang zur Erinnerungsarbeit zu ermöglichen: Dieser steht bei ihnen zwar in einem anderen biografischen Kontext, ihre Verortung in diesem Land unterscheidet sich aber nicht von der aller anderen hier lebenden Jugendlichen.

"Nur eine Erinnerungskultur, […] die nicht zulässt, dass Einzelne oder ganze Gruppen als 'fremd' oder 'unrein' ausgesondert werden, kann lebendig bleiben." (Carolin Emcke)

Konzept

Akteure

  • Projektkoordination, pädagogische Leitung und 15 Referent*innen (Teamer*innen)
  • 36 Multiplikator*innen (Mitarbeiter und Fachkräfte in Jugendzentren, Sportvereinen, Jugendfeuerwehren, Pfadfinderverbänden etc.)
  • Mind. 360 Jugendliche aus je 3 Kommunen/Stadtteilen der 12 Landkreise bzw. kreisfreien Städte (angenommen: Gruppen á 10 Personen) 
  • Umsetzung

In Zusammenarbeit mit den Kreis- und Stadtjugendringen in Unterfranken gewinnt die Projektkoordination über zuvor ausgebildete Referent*innen in je drei Gemeinden bzw. Stadteilzentren pro Landkreis bzw. kreisfreier Stadt Unterfrankens Multiplikator*innen. Für sie führen sie Seminare durch, um sie für das pädagogische Begleitprojekt zu qualifizieren.

Diese Multiplikator*innen organisieren in Begleitung von je zwei Referent*innen in den genannten 36 Gemeinden/Stadtteilen mind. 3 Treffen mit Jugendgruppen, die aus Jugendverbänden kommen oder als freie Gruppen aktiv sein können.

Die Inhalte der drei Treffen bestehen aus: 

  • Sichtung und Klärung der Rahmenbedingungen vor Ort für einen kommunalen DenkOrt
  • Auseinandersetzung mit der Biografie / den Biografien der Opfer (ggf. in Kooperation mit Heimatforschern)
  • Entwicklung von Umsetzungsideen für einen kommunalen DenkOrt und Ausarbeitung eines Konzepts
  • Kooperation und Abstimmung mit den kommunalen Entscheidungsträgern

Die selbständige Fortsetzung der Erinnerungsarbeit und die Bildung eines überlokalen Netzwerks der Jugendlichen sind erwünscht und werden von der Projektkoordination unterstützt.

Finanzierung und Termine

Das Projekt soll aus Mitteln des Bayerischen Kulturfonds und der regionalen Jugendarbeit finanziert werden, die Beantragung erfolgt im Januar 2018. Nach der Bewilligung kann das Projekt im August 2018 starten. Auf die Kommunen kommen keine Kosten zu.

Kontakt

Jenifer Gabel
Würzburger Bündnis für Zivilcourage
c/o Jugendbildungsstätte Unterfranken
Berner Str. 14
97084 Würzburg

Tel. 0172 17 17 85 8

jgabel@zivilcourage-wuerzburg.de