zur Hauptnavigation springenzum Inhalt springen

Erinnerungskultur

An vielen Orten in Unterfranken findet sich inzwischen ein Bewusstsein für die Bedeutung der Erinnerungskultur und das Gedenken an die ehemaligen jüdischen Bewohner. Die Region ist gekennzeichnet durch ihre ehemals hohe Dichte an jüdischen Gemeinden. Es werden Stolpersteine verlegt oder es wird auf andere Weise an die deportierten und ermordeten Menschen erinnert. Veranstaltungen zu verschiedenen Gedenkterminen sind üblich. Denkmäler, Gedenktafeln, Gedenkstätten und Museen befinden sich an oder in Gebäuden, die einmal von den Juden des Ortes genutzt wurden.

In Würzburg mahnt der Erinnerungsweg zwischen Platz'schem Garten und Güterbahnhof Aumühle und informiert über die Deportationen aus der ganzen Region. Am geplanten DenkOrt Aumühle beteiligen sich viele Kommunen mit einem Gepäckstück, die 1932/33 noch eine jüdische Gemeinde hatten. Weitere tragen zur Finanzierung des DenkOrts bei, darunter an vorderster Stelle die Stadt Würzburg und der Bezirk Unterfranken.

Über die Jahrzehnte haben sich die Schwerpunkte der Erinnerungsarbeit verschoben: Standen am Anfang eher die Orte und steinernen Zeugnisse im Vordergrund, so nehmen inzwischen die Menschen mit ihren Biographien einen zentralen Stellenwert ein.

Eine Untersuchung über die Erinnerungskultur in Unterfranken in Aufsatzlänge durch das Johanna-Stahl-Zentrum ist in Arbeit und soll im November 2018 erscheinen. Dem ging 2015 ein illustrierter Beitrag von Rotraud Ries zur "Erinnerungskultur in Würzburg" voraus in: Rotraud Ries/ Elmar Schwinger (Hgg.), Deportationen und Erinnerungsprozesse in Unterfranken und an den Zielorten der Transporte, Würzburg 2015 (Schriften des Johanna-Stahl-Zentrums für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken, Bd. 1), S. 81-94. Er beruht auf einer Kanzelgastrede, die die Autorin im Januar 2012 in St. Johannis hielt.