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KOOPERATIONSPROJEKT "LANDJUDENTUM In UNTERFRANKEN"

Im November 2011 startete das LEADER-Projekt zum Landjudentum externer Link(externer Link) in Unterfranken. Sein Ziel war es, ein Netzwerk “Jüdisches Erbe in Unterfranken“ aufzubauen und mit dessen Hilfe jüdisches Erbe und jüdische Geschichte in Gegenwart und Zukunft der Region zu verankern.

Vorstellung des LEADER-Projekts zum Landjudentum im November 2011, von links nach rechts: Rebekka Denz (Projektmanagerin), Dr. Joachim Först (Leader-AG Wein-Wald-Wasser),  Landrat Eberhard Nuß, Dr. Rotraud Ries (Johanna-Stahl-Zentrum) und Wolfgang Fuchs (Leader-Manager, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bad Neustadt/Saale)

Vorstellung des LEADER-Projekts zum Landjudentum im November 2011, von links nach rechts: Rebekka Denz (Projektmanagerin), Dr. Joachim Först (Leader-AG Wein-Wald-Wasser), Landrat Eberhard Nuß, Dr. Rotraud Ries (Johanna-Stahl-Zentrum) und Wolfgang Fuchs (Leader-Manager, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bad Neustadt/Saale)

Als Koordinatorin wurde die Judaistin und Historikerin Rebekka Denz eingestellt, die die Durchführung der geplanten Projektteile koordinierte: den Aufbau des Netzwerks, die Anlage von Themenwegen, eine Wanderausstellung, Workshops zur Dokumentation von Friedhöfen, die exemplarische Dokumentation baulicher Spuren jüdischen Lebens und die Durchführung von Veranstaltungen mit internationalen Jugendgruppen.

Finanziert wurde das Projekt aus Mitteln der EU, des Bezirks Unterfranken sowie von zwei der drei kreisfreien Städte und der Landkreise des Regierungsbezirks. Unterstützt wurde es durch die sieben LAGs der Region. Konkret verdankt es sich einer Initiative der LAG Wein – Wald – Wasserexterner Link (externer Link) externer Link(Thüngersheim), die auch den Arbeitskreis Landjuden ins Leben rief, der die tragende Struktur für die lokale Arbeit im Projekt darstellte. Die LAG war durch Dr. Joachim Först für die Verwaltung des Projekts zuständig und das Johanna-Stahl-Zentrum durch Dr. Rotraud Ries für die inhaltliche Projektleitung.

Zweite Exkursion des Kooperationsprojekts Landjudentum in den Landkreis Würzburg, Station Aub, Führung durch Herrn Pfeufer

Exkursion zur jüdischen Orten im Landkreis Würzburg, Station Aub, 10. Juni 2012

© JSZ/Ries

Zum Ende des Jahres 2013 schied Rebekka Denz aus dem Projekt aus. Ihr ist es im Verlauf von zwei Jahren gelungen, ein aktives Netzwerk derjenigen aufzubauen, die sich in Unterfranken mit der jüdischen Geschichte beschäftigen. Die regelmäßigen Treffen des AK Landjuden und die Projekt-Homepage dienten dem Austausch und der Information und es ist durch das Projekt viel Beratungsarbeit geleistet worden. Ferner hat Frau Denz ein deutsch-israelisches Jugendaustauschprojekt und die daraus entstandene Publikation intensiv begleitet und Friedhofsdokumentationen beraten. Zur Vorbereitung der Exkursionen und von Themenwegen hat sie umfassend die jüdischen Spuren in einem Teil der Landkreise erfasst. Die von ihr durchgeführten Exkursionen zu jüdischen Stätten in den Landkreisen Würzburg, Aschaffenburg und Haßberge stießen auf großes Interesse.

Ihr folgte als Koordinatorin bis zum Ende des Projekts im Jahr 2015 Tabea Franz, die mit großem Engagement und weiterhin wachsender Resonanz das Exkursionsprogramm fortsetzte, den AK Landjuden betreute und sich um die Organisation der Wanderausstellung kümmerte.

Wanderausstellung

Zu einem Schwerpunkt des Projekts hat sich seit dem Jahr 2013 die Wanderausstellung “Mitten unter uns. Landjuden in Unterfranken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert” entwickelt. Die Ausstellung, die bis zum Ende des Projekts in allen Landkreisen Unterfrankens und in der Stadt Würzburg gezeigt werden konnte, wurde gemeinsam durch das Kooperationsprojekt und das Johanna-Stahl-Zentrum konzipiert und erarbeitet. Mitglieder des AK Landjuden haben sich mit ihrem Wissen und ihren Sammlungen eingebracht. Die Erstellung von jeweils zwei weiteren Tafeln zur Geschichte und zu exemplarischen Biographien für die einzelnen Landkreise lag seit dem Ausscheiden von Frau Denz allein in den Händen des Zentrums.

Die Ergebnisse des Ausstellungsprojekts wurden für die Besucher in einer allgemein verständlichen und anschaulichen Broschüre zusammengefasst. Zum Ende des Pojekts war es möglich, die Broschüre mit allen Ausstellungstexten und -medien sowie mit sämtlichen Landkreistafeln als Buch vorzulegen, das zum ersten Mal einen breiten Überblick über die Geschichte der Juden in ganz Unterfranken liefert. Es ist über die Landkreise und über das Johanna-Stahl-Zentrum zu beziehen.