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Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum dient als regionales Kompetenzzentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken. Sein Themengebiet sind 900 Jahre jüdische Geschichte in der Region. Aktuell befasst es sich besonders mit der Erinnerungskultur für die jüdischen NS-Opfer. Auch die Fachbibliothek des Zentrums zeichnet sich durch ihr Alleinstellungsmerkmal in der Region aus.

In Zeiten der Corona-Pandemie sind das Zentrum und die Ausstellung "Der Spurenfinder" geschlossen. Ausstellungen und Veranstaltungen werden bis auf Weiteres nicht stattfinden. Die Mitarbeiterinnen arbeiten zum Teil im Home-Office.

Per mail ist das Team des Zentrums jedoch jederzeit zu erreichen. Bitte verwenden Sie dafür die persönlichen mail-Adressen (s. Team), da wir von außen nicht auf das jsz-Postfach zugreifen können. Bei Bedarf rufen wir gerne zurück.

Die Eröffnung des "DenkOrts Deportationen 1941 - 1944" am 21. April 2020 ist abgesagt. 

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist über Pessach (09.-16. April 2020) geschlossen.

Das Unsagbare beschreiben - Lesung zur 23. Stolpersteinverlegung

75 Jahre nach den Deportationen der Juden aus Unterfranken geht es dem AK Stolpersteine und dem Johanna-Stahl-Zentrum darum, Stimmen der Betroffenen aus der Region zu Gehör zu bringen: 29. Juni 2017, 19:30 h, Posthallen.

Zeitzeugen der Shoa waren schon häufig in Würzburg zu Gast – meist jedoch ohne biographischen Bezug zu Würzburg und Unterfranken. In der Lesung anlässlich der 23. Stolpersteinverlegung geht es um Stimmen hier aus der Region, um Menschen, von denen die meisten hier in Würzburg gelebt haben, die deportiert wurden, überlebt und über ihre Erfahrungen berichtet haben. Dazu kommt in einem Fall die Schilderung von Angehörigen über den Abschied vor der Deportation. Und ein seltenes Schriftzeugnis aus einem Lager in Ostpolen. Niemand überlebte die Transporte dorthin, niemand konnte hinterher beschreiben, was die Menschen dort durchmachen mussten. Denn nur aus Riga und Theresienstadt hat es Überlebende gegeben, davon handeln also die Berichte, von denen nur die wenigsten bislang auch gedruckt vorliegen.

Die uns zur Verfügung stehenden Texte wurden durch Ingrid Sontag und Elke Wagner gesichtet, sie haben eine Auswahl getroffen und nach dazu passenden Musikstücken gesucht. Als Gast wird Ruth Verroen aus den Briefen ihrer Verwandten Ruth Weinberger an ihre Tochter Hanna in England vorlesen – eine gute Ergänzung für die Zeit unmittelbar vor den Deportationen. Denn Ruth Weinberger lebte mit ihren beiden jüngeren Kindern noch bis zum Sommer 1943 in Würzburg - ehe auch sie deportiert und ermordet wurden.

Acht Transporte führten zwischen 1941 und 1944 insgesamt 2.068 Menschen in die Lager im Osten Europas, nur 60 von ihnen, und nur aus den Transporten nach Riga und nach Thersienstadt überlebten. Weitere unterfränkische Juden wurden aus anderen deutschen Städten und aus dem benachbarten Ausland deportiert – ihre Zahl ist bislang nicht systematisch ermittelt.