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Willkommen

Mehr als dreißig Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken mit vielseitigen Aktivitäten. Das ehemalige Dokumentationszentrum trägt seit 2011 den Namen der Journalistin Dr. Johanna Stahl.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Erinnerungskultur online und mit WebApps

Seit gut zehn Jahren ist die Erinnerungskultur in Würzburg und Unterfranken vielfältiger geworden. Sie stellt mit den Opfern mehr und mehr die Menschen in den Mittelpunkt und widmet sich ihren Biographien. Orte des Gedenkens erhalten nicht nur mahnende Inschriften, sondern bieten Informationen - auch online.

Verbreitet ist inzwischen die Nennung der Namen der Opfer an zentralen lokalen Gedenkstellen. Seit 2004 erinnern in vielen Orten Stolpersteine dezentral an ermordete Menschen, zu denen in Städten wie Würzburg und Bad Kissingen Biographien gedruckt oder online angeboten werden. In Aschaffenburg geht das auch mobil direkt dort, wo ein Stein liegt.

An Synagogen, weitere Gebäude und die jüdischen Gemeinden erinnern vor allem seit den 1980er Jahren an vielen Orten Gedenktafeln mit kurzen Inschriften. Daneben entstanden in authentischen Gebäuden, meist ehemaligen Synagogen, begehbare Gedenkstätten mit kleinen historischen Ausstellungen wie in Gauköngishofen oder Urspringen oder lokale Museen bzw. Museumsabteilungen wie in Aschaffenburg, Veitshöchheim oder Miltenberg.

Erinnerungsorte wie der Platz der Synagoge in Schweinfurt, in Karbach oder zuletzt in Heidingsfeld bieten inzwischen auf Tafeln mehr Informationen für den Betrachter. Dass Juden ein Teil der Gesellschaft und der städtischen Wirtschaft waren, thematisiert seit 2018 eine Stele an der Würzburger Kaiserstraße. Ein Straßenplan mit den Adressen und mit Symbolen für die dort zu findenden Branchen weist den Weg. Die Informationen zu den einzelnen Geschäften, Arztpraxen oder Rechtsanwaltskanzleien lassen sich hingegen mobil online über das Portal www.juedische-denkorte.deexterner Link abrufen.

Die Deportationen aus Unterfranken sind ebenfalls erst in jüngerer Zeit in den Fokus der Gedenkkultur gerückt. Lokale und regionale Gedenkveranstaltungen finden statt. Herausragend war der Erinnerungsgang im Jahr 2011 in Würzburg unter Beteiligung von Menschen aus ganz Unterfranken, aus Polen und aus Israel. Er führte vom Platz'schen Garten, dem NS-Sammellokal, zum kleinen Güterbahnhof an der Aumühle, wo die meisten der Deportationen aus Unterfranken starteten.

Diese Wegstrecke ist seitdem als Erinnerungsweg gekennzeichnet und inzwischen mit vier Stelen versehen, die mit historischen Fotos und kurzen Texen auf seine Bedeutung verweisen. Eine WebApp wie für die Kaiserstraße bietet historische Grundinformationen zu den Deportationen mit Fotomaterial, Übersichten, Karten, Zeitzeugenaussagen und einem Video-Interview. Sie kann ebenfalls über www.juedische-denkorte.deexterner Link aufgerufen und mobil wie auch am PC genutzt werden. Die beiden genannten WebApps wurden durch das Johanna-Stahl-Zentrum recherchiert und entwickelt.

Den Abschluss des Weges wird der DenkOrt Aumühleexterner Link bilden, der momentan als prozessuales Denkmal unter Beteiligung einer großen Zahl unterfränkischer Kommunen vorbereitet wird. Er erinnert an die Menschen, die aus Unterfranken deportiert wurden. Hierfür hat das Johanna-Stahl-Zentrum für die Gedenkseite der Biographischen Datenbank jüdisches Unterfrankenexterner Link (JUF DB) alle 2.070 Deportierten mit Grundinformationen erfasst. Die vorläufigen Kurzbiographien werden derzeit alle überarbeitet und können dann auf der neuen Homepage zum DenkOrt auch mobil abgerufen werden. Im Vergleich zu einem klassischen Gedenkbuch bietet die Datenbank - sofern die jeweiligen Daten schon enthalten sind - auf ihrer Hauptseite (Personensuche) in der Stammbaum-Ansicht den Vorteil, dass die Deportierten in ihren familiären Zusammenhängen sichtbar bleiben.