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Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist der regionale Ansprechpartner für jüdische Geschichte in Unterfranken. Es dokumentiert die Geschichte der jüdischen Bevölkerung und bietet Veranstaltungen an. Das Zentrum verfügt über eine Fachbibliothek und über Sammlungsbestände. Wichtige Hinweise für Ihre Recherchen sowie Informationen zu grundlegenden Themen erhalten Sie auf dieser Seite.

Das Johanna-Stahl-Zentrum kann mit Anmeldung und mit FFP2-Maske besucht werden, es gelten die 2G-Regeln. Bitte bringen Sie Ihre Nachweise mit.

Der Vortrag von Aubrey Pomerance am 13. Dez. 2021 musste leider abgesagt werden.

Was übrig blieb. Jüdische Dinge als Spuren der Vergangenheit

Nach der Vorstellung der Erinnerungskultur in Unterfranken im vergangenen Monat stellt Prof. Dr. Benigna Schönhagen am 21. Mai 2019 um 19:30 Uhr eine weitere bemerkenswerte Facette von Erinnerungskultur in einem Vortrag vor: auf Zeit zurückgekehrte Objekte aus der Gemeinde Augsburg-Kriegshaber. 

Fast vier Jahrhunderte lang bestand in Kriegshaber eine jüdische Gemeinde, mit zeitweise über 400 Mitgliedern die größte der vier Augsburger Vorstadtgemeinden. Die Stadt Augsburg selbst hatte Mitte des 15. Jahrhunderts ihre Tore für Juden geschlossen. Die Synagoge Kriegshaber, heute Dependance des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, wurde während des NS-Regimes zwar ihrer Ritualgegenstände beraubt, blieb jedoch - im Gegensatz zu vielen anderen Synagogen in Deutschland - unzerstört.

Die Ausstellung "Eine Erinnerung - ist eine Erinnerung - ist eine Erinnerung?" fand 2018 in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber statt. Für sie wurden 23 Objekte, die durch Krieg, Shoa, Flucht und Vertreibung inzwischen in der ganzen Welt verstreut sind, wieder nach Kriegshaber zurückgebracht. Solche Judaica haben stets eine sehr komplexe und vielschichtige Bedeutung für die Erinnerung. Diese Objekte, die heute in verschiedenen internationalen Museen und Sammlungen verwahrt werden, wurden auf unterschiedlichsten Wegen vor der Zerstörung gerettet und haben ebenso unterschiedliche "Lebensläufe". Sie alle sind Träger von Erinnerungen. Erinnerungen an eine Person, eine Familie, ein Ereignis, einen Ort. 

In ihrem Vortrag wird Prof. Dr. Schönhagen, Honorarprofessorin an der Universität Tübingen und bis 2018 langjährige Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, die Ausstellung und einige der dort gezeigten Judaica vorstellen. Wir freuen uns sehr auf einen interessanten Vortrag, der auch auf die bald öffnende Ausstellung "Sieben Kisten mit jüdischem Material" im Museum für Franken verweist. Dort werden von NS-Stellen geraubte und oft beschädigte Erinnerungsstücke aus unterfränkischen jüdischen Gemeinden gezeigt. Sie sind herzlich eingeladen!

Was übrig blieb. Jüdische Dinge als vielschichtige Spuren der Vergangenheit, Vortrag von Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Johanna-Stahl-Zentrum, Di. 21.05.2019, 19:30 Uhr

Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.

Abbildung: Innenraum der ehemaligen Synagoge Kriegshaber, heute Dependance des Jüdischen Museum Augsburg Schwaben, Foto: © Jüdisches Museum Augsburg Schwaben / Ilya Kotov