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Willkommen

Mehr als dreißig Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken mit vielseitigen Aktivitäten. Das ehemalige Dokumentationszentrum trägt seit 2011 den Namen der Journalistin Dr. Johanna Stahl.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Das Zentrum hat derzeit montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Was übrig blieb. Jüdische Dinge als Spuren der Vergangenheit

Nach der Vorstellung der Erinnerungskultur in Unterfranken im vergangenen Monat stellt Prof. Dr. Benigna Schönhagen am 21. Mai 2019 um 19:30 Uhr eine weitere bemerkenswerte Facette von Erinnerungskultur in einem Vortrag vor: auf Zeit zurückgekehrte Objekte aus der Gemeinde Augsburg-Kriegshaber. 

Fast vier Jahrhunderte lang bestand in Kriegshaber eine jüdische Gemeinde, mit zeitweise über 400 Mitgliedern die größte der vier Augsburger Vorstadtgemeinden. Die Stadt Augsburg selbst hatte Mitte des 15. Jahrhunderts ihre Tore für Juden geschlossen. Die Synagoge Kriegshaber, heute Dependance des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, wurde während des NS-Regimes zwar ihrer Ritualgegenstände beraubt, blieb jedoch - im Gegensatz zu vielen anderen Synagogen in Deutschland - unzerstört.

Die Ausstellung "Eine Erinnerung - ist eine Erinnerung - ist eine Erinnerung?" fand 2018 in der ehemaligen Synagoge Kriegshaber statt. Für sie wurden 23 Objekte, die durch Krieg, Shoa, Flucht und Vertreibung inzwischen in der ganzen Welt verstreut sind, wieder nach Kriegshaber zurückgebracht. Solche Judaica haben stets eine sehr komplexe und vielschichtige Bedeutung für die Erinnerung. Diese Objekte, die heute in verschiedenen internationalen Museen und Sammlungen verwahrt werden, wurden auf unterschiedlichsten Wegen vor der Zerstörung gerettet und haben ebenso unterschiedliche "Lebensläufe". Sie alle sind Träger von Erinnerungen. Erinnerungen an eine Person, eine Familie, ein Ereignis, einen Ort. 

In ihrem Vortrag wird Prof. Dr. Schönhagen, Honorarprofessorin an der Universität Tübingen und bis 2018 langjährige Leiterin des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben, die Ausstellung und einige der dort gezeigten Judaica vorstellen. Wir freuen uns sehr auf einen interessanten Vortrag, der auch auf die bald öffnende Ausstellung "Sieben Kisten mit jüdischem Material" im Museum für Franken verweist. Dort werden von NS-Stellen geraubte und oft beschädigte Erinnerungsstücke aus unterfränkischen jüdischen Gemeinden gezeigt. Sie sind herzlich eingeladen!

Was übrig blieb. Jüdische Dinge als vielschichtige Spuren der Vergangenheit, Vortrag von Prof. Dr. Benigna Schönhagen, Johanna-Stahl-Zentrum, Di. 21.05.2019, 19:30 Uhr

Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.

Abbildung: Innenraum der ehemaligen Synagoge Kriegshaber, heute Dependance des Jüdischen Museum Augsburg Schwaben, Foto: © Jüdisches Museum Augsburg Schwaben / Ilya Kotov