zur Hauptnavigation springen zum Inhalt springen

Willkommen

Das Johanna-Stahl-Zentrum ist der regionale Ansprechpartner für jüdische Geschichte in Unterfranken. Es dokumentiert die Geschichte der jüdischen Bevölkerung und bietet Veranstaltungen an. Das Zentrum verfügt über eine Fachbibliothek und über Sammlungsbestände. Wichtige Hinweise für Ihre Recherchen sowie Informationen zu einfachen Themen erhalten Sie auf dieser Seite.

Bei einem Besuch wird das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfohlen.

Während der jüdischen Feiertage bleibt das Johanna-Stahl-Zentrum geschlossen.

- 5. Oktober 2022: Jom Kippur
- 10. und 11. Oktober 2022: Sukkot
- 17. Oktober 2022: Schemini Azeret

- 18. Oktober 2022: Simchat Tora

Neue Leitung im Johanna-Stahl-Zentrum

Am 26. April 2022 wurde Dr. Rotraud Ries als Leiterin des Johanna-Stahl-Zentrums in den Ruhestand verabschiedet. Formal ist sie noch bis 30. Juni im Amt, doch ihr Nachfolger ist bereits seit 1. April im Einsatz, wodurch eine reibungslose Übergabe gewährleistet werden konnte. 

Dr. Riccardo Altieri hat 2016 zunächst als Praktikant im Rahmen seines Geschichtsstudiums an der Universität Würzburg für das Johanna-Stahl-Zentrum gearbeitet. Einen Bezug zur Geschichte des Judentums speziell im bayerischen Raum hatte Altieri bereits seit seiner Bachelor-Thesis über den ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner. Parallel zu seinem wissenschaftlichen Volontariat, das er ebenfalls im Johanna-Stahl-Zentrum absolvierte, beendete er sein Masterstudium mit einer Arbeit über den unterfränkischen Regierungspräsidenten Philipp Graf von Lerchenfeld-Brennberg. Das hierbei entstandene Buch enthält auch ein Kapitel zur jüdischen Gemeinde von Würzburg und Unterfranken. 

Während seines Volontariats war Altieri vor allem für die Pflege der „Biographischen Datenbank jüdisches Unterfranken“ zuständig, in der Zehntausende Kurzbiographien jüdischer Kinder und Erwachsener aus ganz Unterfranken zu finden sind. Daneben war er besonders mit der Erinnerungsarbeit (Stolpersteine, DenkOrt Deportationen, Gedenkstele an der Kaiserstraße) betraut, aber auch mit der Beantwortung von Anfragen jüdischer Nachkommen aus aller Welt.

Im Anschluss an sein Volontariat nahm Altieri ein Promotionsstudium an der Universität Potsdam auf. Bei Prof. Dr. Mario Keßler und Prof. Dr. Dr. Frank Jacob widmete er sich erneut der Biographik und verfasste eine Doppelbiographie über Paul Frölich und dessen Partnerin Rosi Wolfstein. Beide waren Verfolgte des NS-Regimes. Parallel dazu erstellte er als Sachbearbeiter für das Johanna-Stahl-Zentrum Hunderte Kurzbiographien von Deportationsopfern aus ganz Unterfranken. Diese sind auf der Homepage des DenkOrt Deportationen e. V. einsehbar, für deren Pflege Altieri ebenfalls mit zuständig war. 

Altieri ist Autor mehrerer Bücher und zahlreicher Aufsätze, außerdem Herausgeber diverser Sammelbände. Zuletzt erschien ein Beitrag (gemeinsam mit Mario Keßler) im Sammelband „Jüdisches Leben in Deutschland“, das von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben wurde. Auf internationalen Konferenzen und bei Archivbesuchen von Moskau bis Honolulu hat Altieri ein großes Netzwerk aus Forschenden zur Geschichte des Judentums aufbauen können, das er nun gewinnbringend für die Arbeit als neuer Leiter des Johanna-Stahl-Zentrums einsetzen möchte. 
Porträtfoto Riccardo Altieri

© JSZ 2022, Foto: Yvonne Bräunig