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NS-Verfolgungen

Deportationen aus Unterfranken - Statistik

In insgesamt acht Transporten hat der NS-Staat die jüdischen Bürger Unterfrankens (damals Mainfranken), denen es zuvor nicht gelungen war, das Land zu verlassen, in Lager im Osten Europas deportiert. Voraussetzung hierfür war die Eroberung von Lettland, Polen und Tschechien durch das Deutsche Reich.

 DatumAusgangs- ortPers. Main- frankenZwischen- haltweitere Pers.Gesamt- zahlZielortÜberlebende Mainfranken
1.27.11.1941Würzburg202Nürnberg8061.008Riga Jung-fernhof16
2.24.03.1942Kitzingen208Nürnberg7921.000Izbica0
3.25.04.1942Würzburg852Bamberg103955Krasniczyn0
4.10.09.1942Würzburg177Nürnberg8231.000Theresien-stadt10
5.23.09.1942Würzburg563Hof118681Theresien-stadt34
6.17.06.1943Würzburg57Nürnberg1673Auschwitz-Birkenau0
7.17.06.1943Würzburg7Nürnberg2936Theresien-stadt1
8.17.01.1944Würzburg2Nürnberg1315Theresien-stadt1
   2.068 2.7004.768 62


Quelle: Elmar Schwinger, Deportation und Vernichtung - das Ende der mainfränkischen Juden 1941-1944, in: Rotraud Ries/ Elmar Schwinger (Hgg.), Deportationen und Erinnerungsprozesse in Unterfranken und an den Zielorten der Transporte, Würzburg 2015, S. 11-50, hier S. 13; die Zahlen für den 5. Transport wurden nachträglich durch den Autor korrigiert, weitere Korrekturen ergaben sich im Zuge der systematischen Erfassung der Deportierten in der Datenbank "Jüdisches Unterfranken". Auch zwei bislang nicht bekannte Einzeltransporte mit einer Überlebenden sind zu ergänzen, wodurch sich die Zahl der Deportierten insgesamt auf 2.070 und die der Überlebenden auf 63 erhöht.

Eine beträchtliche Anzahl weiterer Juden, die 1933 noch in Unterfranken gelebt hatten und unter dem Druck der NS-Verfolgung weggezogen waren, wurden aus anderen Teilen Deutschlands oder den von den deutschen Armeen besetzten europäischen Nachbarstaaten deportiert und ebenfalls meist ermordet. Ihre Zahl ist bislang nicht systematisch ermittelt.