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Willkommen

Mehr als dreißig Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich das Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken mit vielseitigen Aktivitäten. Das ehemalige Dokumentationszentrum trägt seit 2011 den Namen der Journalistin Dr. Johanna Stahl.

Wir möchten Sie informieren über die Veranstaltungen, Angebote und Sammlungsbestände des Zentrums und laden Sie herzlich dorthin ein. Vielleicht möchten Sie auch Ihre Erinnerungen mit uns teilen oder uns Fotos und Dokumente aus der gemeinsamen Geschichte von Christen und Juden unserer Region überlassen?

Das Zentrum hat derzeit montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Europäischer Tag der jüdischen Kultur - Führungen in Kitzingen und Rödelsee

„Innovation“ lautet das Thema des diesjährigen Kulturtages. Er findet wie immer am ersten Sonntag im September, also am 01.09.2019 statt. Das Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und der Förderverein Ehemalige Synagoge Kitzingen laden dazu nach Kitzingen und Rödelsee ein.

Dort steht immer noch und in neuem Glanz das Gebäude der Synagoge von 1883. Ihre Rettung verdankt sie nach der Teilzerstörung 1938 und der Vernichtung der Gemeinde 1942 der Fürsprache ehemaliger Kitzinger Juden aus dem Ausland sowie dem jahrelangen Engagement Kitzinger Bürger. Zu ihnen gehörte Michael Schneeberger (1949-2014), dem das Johanna-Stahl-Zentrum ab November 2019 eine Ausstellung widmet.

Der beste Kenner des Synagogengebäudes ist jedoch Dr. Harald Knobling, der dazu ein Buch verfasste. Er wird ab 11 Uhr durch die Synagoge führen und dabei auch der Frage nachgehen, welche Innovationen im Synagogenbau des 19. Jahrhunderts sich am Beispiel Kitzingens zeigen lassen. Kein Jahrhundert sah in den Neubauten von Synagogen mehr Vielfalt und Innovationen als das 19. Zwischen der Hinterhof-Synagoge in Würzburg und der nur 40 Jahre jüngeren mit repräsentativer Straßenfront in Kitzingen liegen Welten.

Erst nach der Aufhebung des bayerischen Matrikelparagraphen 1861 konnte in Kitzingen wieder eine Jüdische Gemeinde entstehen. Denn nun durften sich Jüdinnen und Juden am Ort ihrer Wahl niederlassen. Seit der späten Vertreibung aus Kitzingen (1763) hatten viele jüdische Familien in den Orten der Umgebung gelebt. Sie zog es nun zurück in die Stadt, wo schnell eine große Gemeinde entstand und bald das Distriktsrabbinat hin verlegt wurde. Der Weinhandel bot den jüdischen Neubürgern Umfeld und Anreiz zum wirtschaftlichen Erfolg.

Ihren Friedhof behielten die Familien jedoch. Er bestand für die ganze Region schon seit dem 15., spätestens dem 16. Jahrhundert im nahen Rödelsee auf einem Areal am Fuß des Schwanbergs. Auch Michael Schneeberger hat früh erkannt, dass er sich mit dem Rödelseer Friedhof beschäftigen musste, wollte er etwas über die Kitzinger jüdischen Familien wissen. Neben der Ortsgemeinde Rödelsee kümmert sich heute der Förderverein darum, den Friedhof zu pflegen und Besuchern zugänglich zu machen. Mitglieder des Fördervereins werden die Teilnehmer auch am 1. September mit ihrem Wissen auf dem Friedhof begleiten. Sie sind herzlich in die Synagoge und auf den Friedhof eingeladen!

So., 01. Sept., 11-17 Uhr, Kitzingen/Rödelsee: Europäischer Tag der jüdischen Kultur zum Thema „Innovation“: Führungen in Kitzingen und Rödelsee zum neuen Synagogenbau des 19. Jahrhunderts und zum Jüdischen Friedhof, mit Dr. Harald Knobling und dem „Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen“. Treffpunkt um 11 Uhr vor der Synagoge und um 15 Uhr vor dem jüdischen Friedhof in Rödelsee

Foto: Die Synagoge in Kitzingen am Tag der Einweihung, 17. Sept. 1883 (c) StadtA Kitzingen