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BIOGRAPHISCHE DATENBANK JÜDISCHES UNTERFRANKEN

Die Biographische Datenbank jüdisches Unterfrankenexterner Link (externer Link) verfolgt das Ziel, Grundinformationen für alle Juden in Unterfranken im 19. und 20. Jahrhundert zu erfassen und für Recherchen zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören persönliche Daten, Wohnorte und Adressen, Berufe und Grabinschriften. Wenn irgendwie möglich, sollen die Quellen der Informationen in Form von Quellenscans zur Verfügung gestellt werden.

Der Mehrwert der Datenbank liegt in der zentralen Sammlung der Daten, in der Darstellbarkeit der verwandtschaftlichen Beziehungen und der Integration von Quellen und Grabinschriften. Weiterführende Informationen im Internet werden durch zahlreiche Verlinkungen verfügbar gemacht.

Der Informatiker Oded Zingher hat das Datenbankprojekt ehrenamtlich entwickelt. Er führt es in Kooperation mit dem Stadtarchiv Aschaffenburg und dem Johanna-Stahl-Zentrum durch und wird dabei von einem eigens gegründeten Verein Jüdisches Leben in Unterfrankenexterner Link (externer Link) unterstützt. Bis 2015 war auch das  Kooperationsprojekt “Landjudentum in Unterfranken” beteiligt.

das Team der Aschaffenburger Datenbank: Oded Zingher und Naomi Teveth

Die Datenbank umfasst inzwischen mehr als 30.000 Datensätze, von denen etwa 13.000 auf das “Biographische Handbuch Würzburger Juden. 1900-1945“ von Reiner Strätz zurückgehen. Naomi Teveth und Reiner Strätz überarbeiten und ergänzen diese Daten. Auch die biographischen Daten zu den Miltenberger Juden sind inzwischen durch Gabriele Bassarab komplett eingepflegt, weitere Orte am Untermain ebenfalls bearbeitet. Eine weitere Arbeitsgruppe erfasst im Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg die biographischen Angaben zu den Aschaffenburger Juden komplett neu und wird dabei vom Archiv unterstützt. Eine Fortsetzung für weitere Orte in Unterfranken ist dringend erwünscht und das Team freut sich über weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit dem Frühjahr 2017 widmet sich das Johanna-Stahl-Zentrum über seine beratende Tätigkeit hinaus der Eingabe und Bearbeitung von Datensätzen für alle 2 069 Opfer der Deportationen aus Unterfranken. Für diese Menschen, die fast alle ermordet wurden, wurde eine eigene Gedenkseite innerhalb der Datenbank eingerichtet. Sie ermöglicht es, nach den Opfern der einzelnen Deportationen zu suchen. Enthalten sind neben den persönlichen Informationen kurze Biographien. Die Daten der Gedenkseite werden täglich aktualisiert im online Informationsangebot zum DenkOrt Deportationenexterner Link (externer Link) angezeigt. Dort können die Nutzer, ausgehend von den letzten freiwilligen Wohnorten der Opfer im Jahr 1933, nach den Menschen suchen und sich deren Schicksale anzeigen lassen (s. Orte & Menschen, externer Linkexterner Link).

In einem zweiten Schritt sollen auch die übrigen ca. 6 000 jüdischen Bürgerinnen und Bürger Unterfrankens im Jahr 1933 systematisch in die Datenbank aufgenommen werden. Denn viele von ihnen wurden von außerhalb Unterfrankens deportiert, individuell oder als Kranke und Behinderte verfolgt und ermordet oder begingen vor Verzweiflung Suizid. Und wir kennen noch nicht einmal ihre Anzahl.

Die Datenbank befindet sich in einem permanenten Prozess der Bearbeitung. Wundern Sie sich also nicht, wenn es momentan zu manchen Personen mehr, zu anderen weniger und zu vielen keine Informationen gibt.