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Friedhofsdokumentationen

Nur für drei der 46 in Unterfranken erhaltenen jüdischen Friedhöfe liegen bislang gedruckte Voll-Dokumentationen vor: Für Höchberg, Alzenau und für den Altstadtfriedhof Aschaffenburg. Angesichts des hohen Quellenwerts und der fortschreitenden Verwitterung der Steine reicht das nicht aus.

Die Steine dieser wie auch einer Reihe weiterer Friedhöfe sind fotografiert und online gestellt worden, meist in der Biographischen Datenbank jüdisches Unterfranken: Alzenau, Aschaffenburg Altstadt, Bad Neustadt a.d.S.externer Link, Miltenberg (zwei Friedhöfe), demnächst Würzburg-Lengfeld. Für den Friedhof in Schweinfurt wurden genaue Listen der Bestatteten im Druck veröffentlicht, Listen für den Friedhof in Maßbach stehen online auf Alemannia Judaicaexterner Link.

Der jüdische Friedhof von Heidingsfeld ist mit ca. 15% seiner Steine in epidatexterner Link (externer Link) dokumentiert,

Daneben gibt es einige unpublizierte Fotodokumentationen für die Friedhöfe in Allersheim, Gerolzhofen, Hüttenheim, Karbach, Kleinbardorf, Oberlauringen, Rödelsee, Schweinfurt, Steinach a.d.S.. Die Steine von Oberwaldbehrungen und Reistenhausen sind fotografiert, online-Publikationen in der Biographischen Datenbank befinden sich in Arbeit.

Welchen Mehrwert die Kenntnis der Grabinschriften besonders für die Zeit vor 1800 besitzt, war in der Ausstellung über den jüdischen Gebietsfriedhof in Ebernexterner Link im JSZ zu sehen.

Grabstein auf dem jüdischen Friedhof in Kleinbardorf mit einer BearbeiterinSo wichtig solche lokalen Einzeldokumentationen auch sind, wenn die Fotografien die nötige Qualität haben: Die Menge der unterfränkischen Friedhöfe wird man auf diese Art und Weise nicht erfassen können. Es braucht staatliche Initiativen und staatliche Unterstützung. Viel Zeit, die andere Bundesländer genutzt haben, ist allerdings bereits verstrichen. Erst 2014 hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege externer Link(externer Link) die Vorbereitung eines bayernweiten Dokumentationsprojekts in Kooperation mit vielen weiteren Beteiligten angekündigt. Das Johanna-Stahl-Zentrum konnte dazu die nötigen Daten zu Unterfranken im Detail und für andere Bezirke nach den Angaben im Internet liefern. Doch erst 2020 wurde beim Landesamt eine Koordinationsstelle besetzt. Die Arbeiten konzentrieren sich derzeit darauf, Prioritäten festzulegen, die Erstellung von Vermessungsplänen vorzubereiten und durchzuführen und einzelne lokale Projekt konkret zu beraten und zu unterstützen.